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PDC-Saison im Wettkalender: Welche Darts-Turniere Schweizer Wetter kennen sollten

Volle Darts-Arena mit beleuchteter Bühne, Dartboard und zwei Wurfpodesten bei einem PDC-Major

Ladevorgang...

Warum nicht jedes Darts-Turnier eine Wette wert ist

An einem Donnerstagabend im März fragte mich ein Hörer meines wöchentlichen Quoten-Briefings, ob er auf das anstehende Players Championship 12 in Wigan tippen solle — und ob er den Spielplan irgendwo «richtig» sehen könne. Die Antwort war komplizierter, als er erwartet hatte. Players Championship 12 existiert, ist Teil der PDC-Saison, hat eine reguläre Startliste — und ist trotzdem bei den meisten konzessionierten Schweizer Wettanbietern nicht oder nur in einem schmalen Markt verfügbar. Diese Lücke zwischen «Turnier findet statt» und «Turnier ist bewettbar» durchzieht den gesamten Darts-Kalender.

Die PDC produziert Darts-Wettbewerbe im Akkord. In einer Saison kann ich gut über hundert Tage erleben, an denen irgendwo in Europa ein Turnier läuft — Pro-Tour-Events, Players Championships, European-Tour-Stops, World-Series-Auftritte, Majors und die WM. Nicht jedes dieser Turniere ist für mich als Wettender gleich relevant. Manche bekommen kaum Quoten gestellt, manche werden nicht live übertragen, manche haben so kleine Felder, dass die Quoten praktisch keinen Spielraum lassen.

Wer als Schweizer Tippender den Kalender lesen will, braucht zwei Filter gleichzeitig. Der erste fragt: Welche Turniere haben für die Bookmaker genug Bedeutung, dass sie mit tiefen Märkten arbeiten — Outright, Match-Sieger, Handicap, Spezialwetten? Der zweite fragt: Welche Turniere sind technisch zugänglich, also bei Sporttip oder Jouez Sport mit ausreichender Quotenbreite verfügbar? Die Schnittmenge ist deutlich kleiner als die Gesamtzahl der Turniere — und sie ist der Wett-Kalender, der für die Schweiz tatsächlich zählt.

In diesem Beitrag zeichne ich die Saison nach. Ich beginne mit der Gesamtarchitektur — Pro Tour, Majors, World Series — und arbeite mich dann durch die Blöcke: die WM im Winter, die Premier League von Februar bis Mai, die Sommer-Majors, die Herbst-Majors, die Floor-Events dazwischen. Am Ende steht ein monatsweise sortierter Kalender für 2026 und eine Einschätzung, wie sich der jeweilige Turniertyp auf Quoten und Märkte auswirkt.

Wie die PDC-Saison aufgebaut ist: Pro Tour, Majors, World Series

Die Professional Darts Corporation hat ihre Saison in den letzten zwanzig Jahren zu einem fein durchgetakteten Konstrukt entwickelt. Wer den Aufbau einmal versteht, sieht in jedem einzelnen Turnier seine Position im Gesamtgefüge — und damit auch seinen Wert für Quoten und Wettmärkte. Drei Ebenen tragen das Ganze.

Die erste Ebene sind die Floor-Events. Dazu gehören die Pro Tour mit den Players Championships in England und die European Tour mit ihren über Europa verteilten Stationen. Floor-Events sind die Arbeitsbühne des PDC-Zirkus — kleine Hallen, oft drei oder vier Boards parallel, keine TV-Übertragung der Vorrundenphasen, dafür die ganz volle Profibreite mit allen Tour-Card-Inhabern. Hier verdienen sich Spieler ihre Weltranglistenpunkte über das Jahr verteilt. Bewettbar sind in der Regel nur die finalen Phasen — Achtel-, Viertel- und Halbfinale plus Final-Tag.

Die zweite Ebene sind die Majors. Das sind die TV-Turniere mit grossem Preisgeld, voller Übertragung und maximaler Aufmerksamkeit. Die WM steht im Zentrum, dazu gehören aber auch das UK Open im März, das World Matchplay in Blackpool im Juli, das World Grand Prix mit dem Doppel-Start-Format im Herbst, die European Championship, der Grand Slam of Darts in Wolverhampton im November und die Players Championship Finals in Minehead im Dezember. Diese acht bis zehn Majors pro Saison tragen den grössten Teil des Wettumsatzes.

Die dritte Ebene ist die World Series of Darts — eine Reihe von Einladungs-Turnieren in Nordamerika, Asien und Ozeanien, ergänzt durch das Saison-Finale im niederländischen Amsterdam. World-Series-Stops haben kleine Felder, sind kein Ranglistenturnier im engeren Sinn, ziehen aber durch die TV-Präsenz und die Mischung aus Tour-Spielern und lokalen Helden viele Quoten. Sie sind auch ein Werkzeug der PDC, neue Märkte zu erschliessen — die Türkei, Australien, die USA, Bahrain. Was im internationalen Wettmarkt ankommt, ist hier oft Test-Material.

Über all dem liegt ein Preisgeld-Niveau, das in den letzten Jahren rapide gestiegen ist. Das gesamte PDC-Preisgeld stieg 2026 um 7 Mio. £ gegenüber 2026 — der grösste Sprung in der Geschichte der Organisation, mit insgesamt über 25 Mio. £ über die Saison. Dieser Sprung ist kein Zufall. Er ist die finanzielle Übersetzung des Aufschwungs, den der Sport seit Luke Littlers WM-Final 2026 erlebt. Höheres Preisgeld zieht mehr Aufmerksamkeit der Bookmaker, was wiederum tiefere Märkte und engere Quoten erzeugt. Wer den Wett-Kalender 2026 plant, sollte die Hierarchie kennen — denn die Bedeutung eines Turniers entscheidet, ob ich bei Sporttip nur den Match-Sieger setzen kann oder ob mir das volle Spezialwetten-Spektrum offen steht.

Der WM-Block: Dezember–Januar als Wett-Hochsaison

Wenn am 18. Dezember im Alexandra Palace im Norden Londons das erste Match angeworfen wird, beginnt für die meisten Bookmaker die intensivste Phase des Wett-Jahres. Die PDC World Darts Championship — kurz Ally Pally — ist nicht einfach das wichtigste Darts-Turnier. Sie ist das Turnier, das jeden anderen Wettmarkt im Volumen übertrifft und das ich seit zwölf Jahren als verlässliches Volumen-Maximum erlebe.

Die WM 2026 hat ein Preisgeld von 5 Mio. £ ausgeschüttet, davon 1 Mio. £ allein für den Sieger — die höchste je im Profi-Darts ausgezahlte Einzelsumme. Das Teilnehmerfeld wurde von 96 auf 128 Spieler erweitert. Diese beiden Zahlen sind nicht nur prestigeträchtig, sie haben direkte Auswirkungen auf die Quotenstruktur. Mehr Spieler bedeuten mehr potenzielle Aussenseiter mit zweistelligen Outright-Quoten und mehr Erstrunden-Matches mit asymmetrischen Match-Quoten. Mehr Preisgeld bedeutet mehr Anreiz für Spieler in der zweiten Reihe, das Maximum zu liefern — was die Konzentration auf die Top-Favoriten relativiert.

Was Ally Pally für mich als Tippenden unersetzlich macht, ist die dreiwöchige Dauer. Vom 18. Dezember bis 3. Januar laufen täglich Sessions, oft Vormittag und Abend, und der Kalender erlaubt es Bookmakern, ein vollständiges Spezialwetten-Programm aufzustellen — Most 180s im Turnier, höchster Checkout, schnellste Drei-Pfeil-Average-Phase, Übertreffen einer Set-Zahl, Spieler-gegen-Spieler-Side-Bets. Das gibt es bei keinem anderen Turnier in dieser Tiefe.

Matt Porter, der CEO der PDC, hat die Bedeutung des Ortes in einer Pressemitteilung präzise auf den Punkt gebracht: «Alexandra Palace has become synonymous with the World Darts Championship, and we are thrilled to extend our partnership through to at least 2031. Ally Pally at Christmas is the identity of the tournament; its atmosphere is unmatched anywhere in sport. Demand for tickets has never been higher.» Diese Aussage ist mehr als Marketing-Sprache — sie ist die strategische Festlegung, dass die WM-Identität auch in den kommenden fünf Jahren in derselben Halle gespielt wird, mit denselben Bildern, dem gleichen Geräusch der vollen Halle. Für die Bookmaker ist diese Konstanz Gold wert. Sie wissen, wie sich die Halle auf die Spieler auswirkt, sie wissen, wie sich Quoten verschieben, wenn Favoriten in der zweiten Woche unter Druck geraten. Ich plane jede WM-Saison mit dem Wissen, dass die Mechanik bewährt ist.

Für Schweizer Tippende gilt eine besondere Konstellation: Die WM-Phase fällt mitten in die Weihnachtsferien, die meisten haben Zeit, die TV-Übertragungen zu verfolgen, und die Stimmung kippt traditionell ab dem 27. Dezember in das, was die englischen Kommentatoren «the festive frenzy» nennen. Eine detaillierte Analyse der einzelnen WM-Phasen, ihrer Setzliste-Logik und der typischen Quotenbewegungen findet sich in meiner Aufschlüsselung der PDC-WM-Wetten im Detail.

Premier League Darts: 17 Spieltage im League-Format

Sobald die WM am 3. Januar vorbei ist, gibt es eine Atempause von wenigen Wochen — und dann startet das einzige Format, das im Darts-Kalender wie eine Fussball-Liga funktioniert. Die Premier League Darts, jeden Donnerstagabend an einer anderen Arena in Grossbritannien, Irland oder Kontinentaleuropa.

Acht Spieler — bestehend aus dem amtierenden Weltmeister und sieben von der PDC eingeladenen Spielern auf Basis der vergangenen Saison — spielen jeden Donnerstag drei oder vier Matches gegeneinander. Über 16 reguläre Spieltage sammeln sie League-Punkte; die Top vier nach Phase 16 ziehen in den Play-off-Tag in der O2 Arena in London ein. Insgesamt 17 Veranstaltungs-Tage, alle live im Fernsehen, alle in voller Halle.

Was die Premier League für die Wettmärkte so attraktiv macht, ist die Vorhersehbarkeit der Termine. Jeden Donnerstagabend dasselbe Format, jeder Spieltag mit denselben acht Spielern, die Match-Paarungen liegen vorab fest. Das erlaubt eine Quotenkalkulation mit hoher Datenbasis — der Bookmaker kennt die Form-Kurven, die letzten Begegnungen, die Halle, die typischen Ergebnisse. Aus Spielersicht ist das ein Nachteil: Margen sind eng, Value-Bets selten, die Quoten kommen oft schon mit der Kalkulation des Vorabend-Trends auf den Markt.

Der Aufstieg des Formats lässt sich an einer einzigen Zahl ablesen. Im Eröffnungsspiel der Premier League Darts 2026 erreichten 667 000 Sky-Zuschauer den Peak — 100 Prozent mehr als das Vorjahres-Maximum. Diese Verdopplung der TV-Reichweite hat die Wettmärkte um die Premier League stark verbreitert; was vorher ein Nischenmarkt mit reduzierten Spezialwetten war, ist heute ein Wochenfixpunkt mit vollen Märkten.

Für Schweizer Tippende gibt es eine Eigenheit, die ich gerne früh adressiere. Das League-Format mit Drei-Sätze-Matches in den Donnerstag-Sessions hat eine andere Statistik als KO-Format-Matches an einer WM. Ein Spieler kann zwei knappe Sätze verlieren und trotzdem stark werfen — das verändert die Bewertung von Three-Dart-Averages, von 180er-Total-Märkten und von Handicap-Wetten. Premier-League-Wetten brauchen eine andere Heuristik als KO-Wetten — wer das Format wie eine WM bewertet, verliert systematisch.

Sommer-Majors: World Matchplay, World Grand Prix, World Series

Der Sommer im Darts-Kalender hat seine eigene Dramaturgie. Zwischen Mitte Juli und Anfang Oktober reihen sich drei sehr unterschiedliche Major-Formate aneinander, dazu kommt die World Series mit ihrer internationalen Tour. Wer den Sommer-Block versteht, hat die Hälfte der Major-Quoten der Saison im Blick.

Den Auftakt macht das World Matchplay in Blackpool, traditionell die zweite Juli-Woche, im Winter Gardens. Das Turnier wird über Best-of-Sätze-Distanzen gespielt — von Best-of-19 im Halbfinale bis Best-of-35 im Final. Die langen Distanzen produzieren eine andere Statistik als die WM mit ihrer Wechsel-Logik aus Best-of-Sätze-Phasen. Spieler mit hoher Konstanz über Stunden hinweg profitieren — die kurzlebigen Aussenseiter weniger. Für Outright-Wetten ist das Matchplay traditionell ein Favoriten-Turnier, was sich in den Quoten widerspiegelt.

Im Oktober folgt das World Grand Prix mit einem Format, das in keiner anderen Sportart eine Entsprechung hat: dem Doppel-Start. Jedes Leg muss mit einem Doppel-Wurf begonnen werden, nicht nur beendet. Das verändert das Wett-Profil komplett. Spieler, die schnelle, sichere Doppel-Quoten werfen, gewinnen Legs im rasanten Tempo; Spieler, die schwach auf den Doppel-Auftakt sind, kämpfen schon vor dem ersten Score um die Initiative. Die statistische Datenbasis ist hier dünner, weil das Format nur einmal jährlich gespielt wird, und genau das macht das World Grand Prix für Value-Hunter interessant — die Modelle der Bookmaker sind weniger fein kalibriert als für Standard-Format-Turniere.

Parallel und um diese beiden Major-Anker herum läuft die World Series of Darts. Drei bis fünf Turniere zwischen Mai und September: Bahrain Darts Masters, Dutch Darts Masters, US Darts Masters in New York, Australian Darts Masters in Melbourne, das Premier-League-artige World Series of Darts Finals in Amsterdam im September. Felder mit 16 Spielern — acht PDC-Reguläre, acht Einladungs- oder Qualifikations-Spieler aus dem Gastgeber-Land. Quoten sind oft asymmetrisch: Tour-Profis werden bei Match-Quoten klar bevorzugt, doch die Spezialwetten-Märkte sind dünn, weil das Setting nicht standardisiert ist und die statistische Basis fehlt.

Wer den Sommer aus der Schweizer Wett-Perspektive plant, wird zwei Turniere in den Vordergrund stellen — World Matchplay als verlässliches Volumen-Turnier mit hoher Quotenqualität, World Grand Prix als Spezial-Setting mit gelegentlichen Value-Chancen. Die World Series ist eher ein Nice-to-have, kein Kernbestandteil. Floor-Events laufen den ganzen Sommer durch, mit Bedeutung primär für die Weltrangliste.

Herbst-Majors: European Championship, Grand Slam, Players Championship Finals

Wenn das World Grand Prix Anfang Oktober endet, beginnt der herbstliche Major-Reigen. Drei Turniere zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember füllen die Lücke zur WM — und sie haben jedes für sich eine eigene Wett-Signatur.

Die European Championship findet typischerweise Ende Oktober in einer deutschen Stadt statt — Dortmund, Hamburg, Sindelfingen. 32 Spieler nach Order-of-Merit-Position über die European Tour, KO-System, Best-of-Sätze-Format. Das Turnier ist die Krönung der European Tour und produziert verlässlich gute Outright-Märkte. Die Quoten reflektieren oft die Form aus den vorhergehenden European-Tour-Stops — wer in Dortmund stark warf, wird auch in der European Championship gut bewertet. Eine Heuristik, die in der Praxis besser hält als bei vielen anderen Turnieren.

Im November folgt der Grand Slam of Darts in Wolverhampton — das einzige Major, das mit einer Gruppenphase startet. 32 Spieler in acht Vierergruppen, jeder gegen jeden, die besten zwei pro Gruppe ziehen in die KO-Runde ein. Das Format ist unter den Wettmärkten beliebt, weil die Gruppenphase mehrere Wett-Sessions täglich erzeugt und die KO-Phase eine andere Quotenstruktur hat als die Round-Robin-Spiele. Spielprofile entscheiden hier doppelt — wer in der Gruppe gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner verliert, kann später auf einen gefährlicheren KO-Pfad geraten.

Der Saison-Abschluss vor der WM sind die Players Championship Finals in Minehead Anfang Dezember. 64 Spieler nach Pro-Tour-Order-of-Merit, vier Tage Spielbetrieb in Butlin’s Resort. Das Turnier wirkt für Aussenstehende manchmal wie ein Zwischen-Event vor der WM, ist aber statistisch eines der besten Indikatoren für die Form, mit der Spieler ins Ally Pally gehen. Wer in Minehead souverän siegt, geht häufig auch in den Outright-Quoten der WM nach oben. Ich beobachte diese Dynamik seit Jahren und nutze sie regelmässig, um WM-Outright-Wetten in der zweiten Hälfte des November noch zu Quoten der Vorbereitungs-Phase zu platzieren.

Pro Tour und Players Championships: Wo der Volumen-Test stattfindet

Die Pro Tour ist der Backbone der PDC-Saison — sie liefert Punkte, Geld und Spielpraxis im Wochentakt. Players Championships heisst die Serie konkret: rund 30 Turniere pro Jahr, alle in Wigan, einige in Hildesheim oder in Niedernhausen, jeweils zwei oder drei Turniere im Block über ein verlängertes Wochenende.

Format: 128 Spieler, alle PDC-Tour-Card-Inhaber und einige Tageskarten-Sieger, KO-System über fünf Runden, Best-of-Legs-Distanzen, kein TV der Vorrunden, Streaming der finalen Phasen. Pro Tour heisst nicht Glamour — es heisst Lieferfähigkeit. Spieler, die hier konstant Achtelfinale und Viertelfinale erreichen, sind die zweite Liga der Top-PDC, und ihr Form-Status ist für die Major-Setzliste relevant.

Was bedeutet das für Schweizer Wettende? Pro Tour-Events sind bei Sporttip und Jouez Sport unterschiedlich verfügbar. Manchmal werden Outright-Quoten gestellt, oft erst die letzten zwei Runden mit Match-Quoten, selten ein volles Spezialwetten-Programm. Das ist nicht die Schuld der Anbieter — es ist die Konsequenz daraus, dass die internationalen Wettmärkte für diese Events selbst dünn sind. Wer auf Players Championships tippen will, sollte sich darauf einstellen, dass die Auswahl klein, die Margen oft erweitert und die Quoten von Tageserkenntnissen weniger beeinflusst sind als bei TV-Events.

Der Wert der Pro Tour für Wettende liegt eher in der Information, die sie produziert. Three-Dart-Averages, 180er-Quoten, Form-Kurven über mehrere Turniere — all das fliesst in die Major-Modelle der Bookmaker ein. Wer die Pro Tour wöchentlich verfolgt, sieht Trends früher als der Standard-Markt sie einpreist. Diese Informationsvorteile lassen sich an Major-Turnieren später monetarisieren — nicht direkt an den Pro-Tour-Wetten selbst.

Sonderformate: Doppel-Start, Open Draw, Round-Robin

Drei Format-Varianten verdienen eine separate Erwähnung, weil sie das Wett-Profil eines Turniers stark verschieben. Das Doppel-Start-Format des World Grand Prix habe ich oben schon angesprochen — jedes Leg muss mit einem Doppel-Wurf eingeleitet werden. Die statistische Konsequenz: Spieler mit hohem Doppel-Anteil im Score-Mix profitieren, was die Quoten für die Top-Outs wie Gerwyn Price und Michael van Gerwen in diesem Turnier traditionell verbessert.

Open Draw bedeutet, dass die KO-Runden ohne Setzliste ausgelost werden — also nicht «Nummer 1 gegen Nummer 32 in Runde 1» wie üblich, sondern alle gegen alle. Players Championship Finals nutzen dieses Format teilweise, ebenso einzelne Floor-Events. Die Quotenstruktur wird volatiler, weil Top-Spieler früher gegeneinander spielen können — Outright-Wetten auf Aussenseiter werden potenziell wertvoller, weil die Top-Favoriten sich gegenseitig eliminieren können.

Round-Robin schliesslich ist die Gruppenphase, wie sie der Grand Slam of Darts einsetzt. Jeder spielt gegen jeden in der Gruppe — die Match-Quoten reflektieren das Risiko, dass auch Top-Spieler in einer Gruppenphase Material liegen lassen, weil das Weiterkommen primär an der Tabelle hängt. Wer auf einzelne Gruppenmatches tippt, sollte einkalkulieren, dass die Motivation am letzten Gruppentag oft asymmetrisch verteilt ist.

Wett-Kalender 2026: Monatsweise sortiert

Hier ist die Saison 2026 in ihrer Chronologie, fokussiert auf die Termine, die für Wettmärkte tatsächlich Volumen tragen. Ich nenne Monat, Turnier-Typ, Anker-Datum und die wichtigste Wett-Charakteristik. Wer den Kalender im Smartphone einträgt, hat das Jahr im Blick.

Januar: WM-Final-Phase bis 3. Januar — Schlussphase der Outright-Märkte, hohe Match-Quoten-Aktivität in den letzten Runden, Spezialwetten weiter im Vollausbau. Februar: Premier League startet, Masters in Milton Keynes Anfang Februar — kompaktes Turnier mit 16 Top-Spielern. März: UK Open in Minehead, oft als «FA Cup of Darts» beschrieben, weil Qualifikanten aus dem Amateurbereich gegen Tour-Spieler antreten — Aussenseiter-Quoten teils interessant.

April und Mai: Premier-League-Wochen und einzelne European-Tour-Stops. Juni: World Cup of Darts, ein Doppel-Format mit Zweier-Nationalmannschaften — Spezial-Setting, nicht jedes Wochenende, aber für Outright-Wetten auf Top-Nationen interessant. Juli: World Matchplay in Blackpool, das längste Best-of-Sätze-Major der Saison, traditionell Favoritenturnier.

August und September: Sommer-Pause der Majors, World Series of Darts in Amsterdam und vereinzelt anderen Stops, Pro-Tour-Blöcke. Oktober: World Grand Prix mit Doppel-Start in Leicester, gefolgt von European Championship Ende des Monats.

November: Grand Slam of Darts in Wolverhampton mit Gruppenphase und KO. Dezember: Players Championship Finals in Minehead Anfang des Monats, dann die WM ab 18. Dezember im Alexandra Palace — die Saison läuft praktisch nahtlos in die nächste WM-Phase. Ally Pally bleibt bis mindestens 2031 PDC-WM-Austragungsort; die Kapazität wird ab 2026/27 durch Umzug in die Great Hall auf ca. 180 000 Zuschauer pro Turnier ausgeweitet. Diese Zahl steht für sich — die Halle wird grösser, das Wettvolumen wird mitwachsen.

Wie sich Turniertyp auf Quoten und Märkte auswirkt

Wer durch den Kalender oben gelesen hat, sieht es schon: Jeder Turnier-Typ erzeugt eine eigene Quotenstruktur. Ich fasse die wichtigsten Mechaniken aus zwölf Jahren Quotenanalyse zusammen — das sind die Heuristiken, die ich vor jeder Wett-Session mitdenke.

Bei Majors mit kurzer Best-of-Distanz — Premier League, Grand Slam-Gruppenphase — sind Match-Quoten enger, weil das Statistikfenster pro Match knapp ist und Aussenseiter mit einer guten Session den Bookmaker schon schlagen können. Spezialwetten wie 180er-Totals und Highest Checkout sind hier oft besonders attraktiv, weil sie weniger vom Match-Ausgang abhängen als von der Spielqualität.

Bei Majors mit langer Best-of-Distanz — World Matchplay, WM-Finale, Players Championship Finals Spätphase — gewinnt die Konstanz an Bedeutung. Aussenseiter, die im Match-Markt mit Quoten von 3.00 oder 4.00 versehen sind, gewinnen statistisch seltener, als die Quote suggeriert. Diese Erkenntnis korreliert seit Jahren mit meinen eigenen Aufzeichnungen und ist eine der wenigen Heuristiken, die im Darts wirklich robust ist.

Bei Spezial-Formaten — Doppel-Start, Round-Robin — sind die Bookmaker-Modelle schwächer kalibriert. Hier finden sich gelegentlich Value-Quoten auf Märkten, die in Standard-Turnieren längst eingepreist wären. Wer das World Grand Prix oder den World Cup im Detail vorbereitet, kann diese Lücken nutzen — Bedingung ist solide Eigenanalyse, weil der Markt selbst weniger Korrektiv liefert.

Bei Pro-Tour-Events und kleineren Floor-Turnieren sind die Quoten von Sporttip und Jouez Sport oft mit weitem Spread und kleinem Markt versehen. Das ist mathematisch der ungünstigste Bereich für regelmässige Wetten. Wer hier tippt, sollte es als Ergänzung sehen, nicht als Hauptachse. Die Major-Wochen tragen den Wett-Wert der Saison — die Floor-Wochen tragen die Information für die Major-Wochen.

Häufige Fragen zur Turnierauswahl

Drei Fragen wiederholen sich bei den Schweizer Wettenden, mit denen ich regelmässig spreche. Sie betreffen den Wettumsatz im Land, die Verfügbarkeit von Floor-Events und die Eignung bestimmter Turniere für Live-Wetten. Die kurzen Antworten unten stehen für sich; den vollen Kontext habe ich in den obigen Abschnitten ausgearbeitet.

Welches Darts-Turnier zieht in der Schweiz die höchsten Wettumsätze?

Die PDC World Darts Championship im Alexandra Palace dominiert das Wettvolumen klar — sowohl bei Sporttip als auch bei Jouez Sport. Drei Wochen Spielbetrieb über die Weihnachtsferien, volle Spezialwetten-Märkte und maximale TV-Präsenz auf Sky Sports und über andere Kanäle erzeugen ein Umsatzvolumen, das von keinem anderen Turnier erreicht wird. Auf den weiteren Plätzen folgen Premier League Darts mit ihrem wöchentlichen Donnerstags-Rhythmus und das World Matchplay als Sommer-Anker.

Sind Floor-Events bei Sporttip oder Jouez Sport überhaupt bewettbar?

In den meisten Fällen ja, allerdings mit reduziertem Markt. Players Championships und European-Tour-Stops werden bei den konzessionierten Schweizer Anbietern oft mit Outright- und Match-Quoten der finalen Runden gestellt. Volle Spezialwetten-Programme wie bei Majors sind selten. Das liegt am dünnen internationalen Markt für diese Events — die Bookmaker arbeiten hier mit grösseren Margen und kleineren Limits.

Welche Turniere lohnen sich speziell für Live-Wetten?

Best-of-Sätze-Major-Matches mit mittlerer Distanz — Achtelfinale und Viertelfinale der WM, Halbfinale des World Matchplay, KO-Phasen des Grand Slam — bieten die beste Mischung aus Spielzeit und Quotenbewegung. Premier-League-Donnerstage sind für Live-Wetten ungeeignet, weil die Match-Distanzen zu kurz sind und die Quoten kaum atmen. Das World Grand Prix mit Doppel-Start liefert besonders volatile Live-Quoten durch die unvorhersehbaren Doppel-Auftakte.